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Monday, 6. September 2004
ernste musik
weichfest, September 6, 2004 at 10:16:11 PM BST Musikverein: Wiener Philharmoniker, Valery Gergiev Unorthodoxe Dirigierkunst sorgt für unterschiedliche Ergebnisse Ein Benefizkonzert für die SOS-Kinderdörfer und das späte Abschlusskonzert des "Klangbogen" absolvierten die Wiener Philharmoniker am vergangenen Wochenende. Beide Male der Dirigent: Valery Gergiev. Die Wiener Philharmoniker stellten am Wochenende mit Valery Gergiev zwei Programme im Musikverein vor. Doch zunächst ging es nicht um Musik. Ohne Gage spielten Orchester und Dirigent Strauß-Walzer und Tschaikowskijs "Pathétique". Siemens und Generali sponserten, die Vertreter der SOS-Kinderdörfer durften sich über 390.000 Euro freuen. Und der aus Ossetien stammende Dirigent stand augenscheinlich noch unter dem Eindruck des an diesem Tag eskalierten Geiseldramas in seiner Heimat. Die versammelte Wirtschafts- und Banken-Prominenz lauschte vier straffen, wohltuend unsentimentalen Strauß-Walzern. Gewohnte wienerische Schmalz-Stellen fehlten, dafür hoppelten Gergievs Walzer mit rasantem Schwung. Von Gergiev weiß man, dass er große Klangmassen bewegen kann. Warum für’s Kleine interessieren, wenn’s im Großen auch ohne Details geht, fragte man sich nach einer wuchtigen Tschaikowskij-"Pathétique". Die Celli unsauber? Ein Teil der Bratschen verschläft einen Tempowechsel? Die Steigerung beginnt, bevor sie in der Partitur verzeichnet ist? Egal. Gergiev wirkt. Unrasiert und mit zitternder Schlaghand an ein zahnstochergroßes Stäbchen geklammert. Hin und her gerissen zwischen Beckmessern und Respekt vor der emotionalen Kraft der Interpretation entließ Gergiev den kritischen Hörer. Der russische Star-Dirigent gönnte sich am Samstag das Spiel Österreich-England im Happel-Stadion. Und obwohl Gergiev angeblich für England die Daumen gedrückt hatte, saß Tags darauf, beim letzten Konzert des heurigen "Klangbogen", ÖFB-Präsident Friedrich Stickler im Publikum. Den Zuhörern wurden drei Wagner-Piecen um die Ohren geblasen. Gergiev dämpfte eskalierende Forte-Stellen bei den Preziosen aus "Tannhäuser", "Die Walküre" und "Götterdämmerung" oft zu spät. Die Philharmoniker spielten ihre Opern-Routine aus, mehr als Gergiev sorgte Konzertmeister Rainer Küchl für musikalische Impulse, seine Kollegen folgten in Perfektion. Dmitri Schostakowitschs 11. Symphonie "Das Jahr 1905" war der letzte Knoten im thematischen roten Faden des heurigen "Klangbogen"-Festivals: ein auskomponierter Schrei nach Freiheit. Der Titel bezieht sich auf das blutige Ende einer Großdemonstration vor dem St. Petersburger Winterpalast. Die Symphonie, die mit drastischen musikalischen Mitteln Gewehrschüsse in eine Menschenmenge darstellt, galt einige Zeit als Musterbeispiel für "sozialistischen Realismus". Zuletzt wurde sie allerdings auch als Allegorie des niedergeschlagenen Ungarn-Aufstandes von 1956 gelesen. Eine Frage, die kaum je sauber zu entscheiden sein wird. Die Wiener Philharmoniker jedenfalls trumpften auf. Gergiev stellte die menschliche Tragödie in den Vordergrund. Seine erschütternde Interpretation wurde nie plakativ und verwirklichte die tragischen Momente der Partitur, die Bruchstellen zwischen den großen Klang- und Rhythmusflächen, mit großer Präzision. Eindrucksvoller lässt sich diese Symphonie nicht denken. link me oper
weichfest, September 6, 2004 at 10:15:28 PM BST Staatsoper: Verdis "Falstaff" unter Fabio Luisi Ein Raum füllendes Staatsopern-Debüt Mit dem musikalisch höchst anspruchvollen letzten Opernwerk von Giuseppe Verdi wurde der erste Abend der neuen Staatsopern-Saison bestritten. Nicht wie bei der Premiere mit Parade-Falstaff Bryn Terfel, sondern mit einem Staatsopern-Debütanten in der Titelrolle. Dieses Werk ist ein Wunder. Mit "Falstaff", seiner letzten Oper, hat sich der fast 80-jährige Giuseppe Verdi neu erfunden. Was Verdi in Briefen als "Zeitvertreib" bezeichnet, wurde ein weit in die Zukunft weisendes Werk; eine aus dem szenischen Moment abgeleitete Musik; eine hoch ökonomische Partitur, an der keine Note zuviel ist und alles thematisch motiviert scheint. Dieses geniale Konzept konnte sich nur auf dem ebenso genialen Libretto von Arrigo Boito entfalten und braucht einen umsichtigen Dirigenten. Die routinierte Staatsopern-Inszenierung von Marco Arturo Marelli (Premiere war am 19. Oktober 2003) streicht das spielerische Moment hervor. Das Spiel auf einer überdimensionalen Bretterbühne versteht Marelli als ein gesellschaftliches. Falstaff haust unter jener (Bretter-)Ebene, auf der die obere Gesellschaftsschicht ihr Leben gebaut hat. Ähnlich einer Figur aus "Cats" kostümiert lümmelt er zwischen Dosen und Abfallrohren. Marelli wollte einen "in sich ruhenden" Falstaff, an dem sich die übrigen Figuren reiben. Mit dem Staatsopern-Debütanten Ambrogio Maestri hat er einen, der selbst Premieren-Falstaff Bryn Terfel vergessen macht. Seine Stimme ist überragend wie seine Statur, kräftig und Raum füllend. Der Italiener Maestri stellt einen Falstaff auf die Bühne, der es nicht besser weiß, eine naive Natur. Und gesanglich lässt er keine Wünsche offen. An seiner Seite engagierte man zum Saisonauftakt ein hochkarätiges Ensemble. Carlos Alvarez ist ein stimmlich fabelhaft geführter Ford, das Paar Fenton/Nannetta ist mit Saimir Pirgu und Tatiana Lisnic wunderbar besetzt. Letztere berührt im letzten Akt mit stimmungsvoller Piano-Phrasierung. Weiters im lustigen Weiber-Quartett: die witzige Jane Henschel (Mrs. Quickly), Elina Garanca (Meg Page) und die stimmlich überragende Krassimira Stoyanova (Alice Ford). Die bewährten Michael Roider, Herwig Pecoraro und Alfred Sramek überzeugen in Buffo-Partien. Dirigent Fabio Luisi ließ die Details der schnell wechselnden musikalischen Einfälle glänzen, das Orchester folgt mit Verve. link me |
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