var imgWindow = ""; function openPopup(img, width, height) { if (img && width && height) { width = Math.min(width + 36, 640); height = Math.min(height + 30, 480); if (imgWindow.location && !imgWindow.closed) imgWindow.close(); imgWindow = window.open(img, "imgWindow" + width + height, "toolbar=no,location=no,directories=no,status=no,scrollbars=yes,resizable=yes,width=" + width + ",height=" + height); // imgWindow.focus(); } } // -->
|
Wednesday, 26. January 2005
ernste musik
weichfest, January 26, 2005 at 11:40:07 AM GMT Ehrbar-Saal: Florian Boesch sang Schuberts „Winterreise“ Stimmkultur und packende Emotionalität Mit einem Liederabend von Florian Boesch startete die Wiener Stadtinitiative ihre Konzertreihen im lange vergessenen Ehrbar-Saal. Es ist kein Leichtes, im großen Wiener Konzertbetrieb einen neuen Veranstaltungsort zu etablieren. Die Stadtinitiative ist dieses Risiko mit der Bespielung des Ehrbar-Saales im Vierten Bezirk eingegangen. Fremd ist sie eingezogen, fremd zieht sie sicher nicht aus: Mit Florian Boeschs eindrucksvoller „Winterreise“ wurde das Wagnis belohnt. Der Saal war voll, die Stimmung angespannt konzentriert, der Jubel nach Schuberts Liederzyklus groß. Zu Recht. Florian Boesch, seit Jänner 2004 Ensemble-Mitglied der Wiener Volksoper, nutzte die intime Akustik des prunkvollen Saales für eine spannungsgeladene Seelenreise. Seine souveräne Stimmkultur erlaubte ihm eine intensive Deutung der Lieder. Jede Textzeile war mit emotionalem Sinn erfüllt. Seine gesangstechnische Brillanz setzte Boesch nicht vordergründig ein, sondern fand zu einer sehr persönlichen, packenden Winterreise-Version. Dabei zeigte sich, dass Boeschs Bariton auch bedrohlich dunkel klingen kann. Mit diesem Timbre tauchte der junge Sänger auch in die tiefsten Felsengründe der gequälten Seele ab. Pianist Russel Ryan folgte jeder emotionalen Regung gewissenhaft. Eine „Winterreise“, auf deren musikalisches Reifen man sich freuen darf wie bei einem kostbaren Wein. Freuen darf man sich auch auf die weiteren Konzerte im Ehrbar-Saal: Am 1. Februar spielt Ernst Kovacic, am 2. Februar folgen Bernarda und Marcos Fink, unterstützt von Anne Bennent. link me ernste musik
weichfest, January 26, 2005 at 11:39:07 AM GMT Konzerthaus: Rudolf Buchbinder Auf der Suche nach der verkappten Sonate Rudolf Buchbinder spielte Spätwerke von Franz Schubert. Dabei erwies sich der Pianist, der für Viele als Ambassador des wienerischen Musizierens gilt, nicht als idealer Schubert-Interpret. Mit großem Ton hob Rudolf Buchbinder seinen Schubert-Abend im Konzerthaus an, als wolle er zeigen, dass in den vier Impromptus D 935 eine Sonate schlummert. Offensichtlich wollte Buchbinder die Sätze dramaturgisch zusammenhalten. Das hat viel für sich, das Vorhaben wurde ihm jedoch nicht nur durch störende Zwischensatz-Huster verübelt. Zum strengen Maß, das er zunächst anlegte, gesellte sich bald ein liedhafter Duktus. Der eingeschlagene Weg schien Buchbinder unter den Fingern zu zerbröseln. Der Pianist nahm sich interpretatorische Freiheiten, die weder musikalisch noch historisch begründet wirkten. Sentimentales Gemurmel, huschende Skalen und vernebelte Begleitfiguren mochten im Moment Effekt machen, gingen aber an der Substanz des Werks vorbei. Im As-Dur-Impromtu strich Buchbinder rhythmisch aufdringlich das Wienerische heraus. Das Folgende in B-Dur vertiefte den Eindruck des Zerrissenen. Das Binnentempo gestaltete Buchbinder so unstet, dass einem ganz seekrank werden konnte von all den Wellen. Nicht freies Fließen, sondern unvermutetes Eilen und Hetzen bis zum nächsten unvermittelten Ritardando dominierte die heiklen Begleitfiguren. Dann ging mit Buchbinder wieder die Virtuosität durch, wurden Läufe ihrer musikalischen Funktion enthoben und zu sinnentleerten Tonleitern, als hieße der Komponist nicht Schubert, sondern Herz oder Cramer. Dass Buchbinder gern ohne erkennbaren dramaturgischen Zusammenhang innerhalb einer Phrase die Aufmerksamkeit zwischen den Stimmen wechselt, trübte auch seine Interpretation der B-Dur-Sonate D 960. Dynamisch pendelte der Klang zwischen einem wattigen Mezzopiano und einem harten Fortissimo, was für Bruckner-artige Block-Effekte sorgte. Der letzte Satz verlor sich in kleinteiligem Geplänkel, manche Phrasierung schien gegen die natürliche Entwicklung des Stücks gesetzt. Die Coda, ob ihrer Qualität schon immer Gegenstand heftiger Diskussionen, warf Buchbinder hin, als wolle er beweisen: Dies ist nur ein Verlegenheits-Schluss. Irgendwie muss man ja aufhören. link me oper
weichfest, January 26, 2005 at 11:38:26 AM GMT Junge Stimmen und alte Musik Konzerthaus: Eröffnungskonzert der „Resonanzen“ mit Scarlatti-Oratorium Die heurigen Resonanzen stehen unter dem Motto „Metropolen“. In seine angestammten Gefilde entführte das souveräne „Concerto Italiano“ unter Rinaldo Alessandrini. Das Resonanzen-Publikum war schon immer eine konzentriert lauschende und höchst interessierte Hörerschaft. Am ersten Festival-Tag bekam es alles, was das Herz des Alte-Musik-Fans begehrt. Junge, erfreuliche Stimmen, ein höchst kompetentes Ensemble und ein Werk, das mit großen kantablen Melodien und überraschenden harmonischen Wendungen aufwarten kann: „La Vergine dei Dolori“, komponiert von Alessandro Scarlatti. Der Vater des Cembalo-Virtuosen Domenico steht heute etwas im Schatten jener Opern- und Vokalwerke, die zur selben Zeit in Paris und London entstanden waren. Im Konzerthaus viel erhellendes Licht auf das interessante Oratorium des gebürtigen Sizilianers. Scarlattis „Metropolen“ – und hier wären wir beim gleichnamigen Motto der Resonanzen – waren Neapel und Rom. In Neapel dominierte er für zwei Jahrzehnte das Operngeschehen, in Rom führte er das Oratorium und die Kantate zu kompositorischer Blüte. Das wahrscheinlich 1717 entstandene Oratorium „La Vergine dei Dolori“ brachte dem Publikum im Konzerthaus höchsten Genuss am schönen Schmerz. Das Libretto zeigt die Passion Christi aus dem Blickwinkel der leidenden Mutter. Textmaterial, das Scarlatti in hochemotionale, affektgeladene Musik umsetzte: Strahlende Trompeten-Klänge, harmonisch heftige Accompagnato-Rezitative, herzerweichende Lamenti, weit gespannte Melodien, im sinnlichen Dialog mit den Instrumentalstimmen oder dem vokalen Duett-Partner. Für italienische Barockmusik ist Rinaldo Alessandrinis Barockensemble „Concerto Italiano“ eine Erste Adresse. So durfte man aufmerksam den Musikern lauschen, die temperamentvoll und mit feinem Klangsinn alle Extreme der Partitur ausloteten. Altistin Sonia Prina zeigte als Maria große Gesangskunst, führte ihre Stimme unangestrengt sowohl expressiv als auch instrumental und gestaltete ihre Partie mittels eines atemberaubend kontrollierten Piano-Spektrums. Ebenbürtig klang Roberta Invernizzis straffer Sopran, der sich in den Ensembles musikalisch sensibel einzugliedern wusste. Romina Basso führte ihre Mezzosopran-Stimme in den Höhen leicht und locker, in der Tiefe klang sie jedoch leicht angestrengt. Etwas mehr tenorale Durchschlagskraft hätte man dem sonst sauber singenden Luca Dordolo gewünscht. link me |
online for 8659 Days
last updated: 8/8/05, 6:22 PM ![]() Youre not logged in ... Login
![]()
![]()
Oper als Erotikthriller Wien: "Don
Giovanni" unter Bertrand de Billy So wie man "Don Giovanni"...
by kritikastern (7/24/06, 3:45 PM)
England liegt im arktischen Affen-Fieber
Sind die Arctic Monkeys die neuen Beatles? Pop-Hype um „Arctic...
by weichfest (3/8/06, 12:55 AM)
Die kleine Schwester der „Entführung“
Donaufestwochen im Strudengau: Mozarts „Zaide“ Die Donaufestwochen im Strudengau nahmen...
by weichfest (8/8/05, 6:22 PM)
Die Welt wird Musik Klangbogen:
Giora Feidman Trio Der Klarinettist Giora Feidman hat Klezmer zu...
by weichfest (8/8/05, 6:21 PM)
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||