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Monday, 31. January 2005
ernste musik
weichfest, January 31, 2005 at 4:05:01 PM GMT Glatte Schönheit ohne Risiko Konzerthaus: Antonio Vivaldis Oper „Farnace“ konzertant Mit der konzertanten Aufführung von Antonio Vivaldis Oper „Farnace“ gingen die „Resonanzen 2005“ zu Ende. Jordi Savall und das Orchester „Le Concert des Nations“ hatten mit diesem Werk bereits zuvor einige Erfahrung gesammelt. Eine antike Familiengeschichte, wie gemacht für 170 Folgen „Reich und Schön“, hier gepackt in eine Barockoper: Der als Verlierer aus der Schlacht heimkehrende Vater und Titelheld befielt seiner Frau, ihr Kind und gleich sich selbst zu töten. Sie tut das natürlich nicht, zumal ihre Mutter der Siegerpartei angehört. Dazu kommt noch römisches Nebenpersonal. Der strenge Vater Farnace, die liebende Mutter, die böse Schwiegermutter, verliebte Pärchen – in Antonio Vivaldis „Farnace“ ist alles vorhanden. Spannend wird die Geschichte aber trotzdem nie: Nach einigen nicht motivierten und daher kaum nachvollziehbaren Volten mündet die Story, wie es die Tradition verlangt, in einem Schlussbild, wo sich zunächst alle töten wollen und in der nächsten Sekunde nicht in die Schwerter, sondern versöhnt in die Arme fallen. Das Libretto von Antonio Maria Lucchini gehört wahrlich nicht zur Krone der Libretto-Schöpfung. Das ist nur einer der Gründe, weshalb der Abschlussabend der „Resonanzen“ wenig pulssteigerndes Potential hatte. Mit der atmosphärisch dichten Ersteinspielung dieser Oper (ein Zusammenschnitt zweier Aufführungen aus dem Teatro de la Zarzuela in Madrid mit demselben Team) hat Jordi Savall vor drei Jahren Aufsehen erregt und positive Reaktionen ausgelöst. Im Konzerthaus verlor sich die Spannung. Savall und „Le Concert des Nations“ musizierten zwar zügig und schwungvoll, ohne je die Klanglichkeit überzustrapazieren. Nie wurde die Grenze zum Geräuschhaften überschritten, die Ausdrucksmittel blieben genuin musikalisch. Ein bisschen mehr Biss und Emphase im Detail hätte jedoch gut getan. So blieb’s beim glatten, unbelebten, risikolosen Wohlklang. Zwei Sängerinnen war es überlassen, mit ihren Arien Emotionen zu wecken und das schwache Libretto vergessen zu machen. Die Sopranistin Elisabetta Scano betörte mit lieblichem Timbre und sicheren Höhen. Und die Altistin Sonia Prina hatte schon am Eröffnungsabend der Resonanzen mit starker Bühnenpräsenz und ebenso großem Klangvolumen überzeugt. Allen anderen gelang es nicht, stimmlich ähnlich präsent zu sein. Furio Zanasi machte seine Sache als Titelheld gut, Sara Mingardo konnte mit abgedunkelten Klangfarben aufwarten, zumal in der Tiefe. Für manch wohlgeformtes Detail war jedoch wohl der Saal zu groß und die Stimmkraft zu klein dosiert. Auch bei Adriana Fernández ging manche Phrase unter. Florian Boesch, bei der CD-Einspielung nicht dabei, fügte sich gut in das eingespielt Team. Ein im ästhetischen Sinn schöner, emotional aber wenig aufregender Abschluss des Festivals „Resonanzen 2005“. link me ernste musik
weichfest, January 31, 2005 at 4:04:13 PM GMT Ein Rennpferd am Wiener Fiaker Musikverein: Wiener Symphoniker unter Lawrence Foster, Jewgenij Kissin Nach dem ersten Abend von Jewgenij Kissins Beethoven-Klavierkonzert-Gesamtschau waren sich die Kritiker einig ob der Großartigkeit des Gehörten. Das zweite Konzert, mit Beethovens viertem und fünftem Klavierkonzert, hat diesen Eindruck vertieft. Das Klavierspiel des durchschnittlichen Profi-Pianisten verhält sich zu Jewgenij Kissins Klavierspiel wie ein Fertigteilhaus zu einer Loos-Villa. Bei Kissin stimmt das Verhältnis von Detail und Ganzem. Perfekte Proportionen. Nichts zu viel und nichts zu wenig. Dabei könnte ihn seine stupende Technik zu barocker Ornamentik verleiten. Doch davor ist Kissin gefeit. Alles ist gläsern, durchsichtig. Form follows function. Das vierte Klavierkonzert in G-Dur formte Kissin aus einem Guss, virtuos, aber nie zum Selbstzweck. Der Pianist verdeutlichte thematische Beziehungen, die über die Satzgrenzen hinweg reichen, war stets Herr über das vielschichtige, vielstimmige musikalische Geschehen. Das vertrug sich nicht besonders gut mit den Vorstellungen von Dirigent Lawrence Foster, der die Wiener Symphoniker zu dickbreiigem Breitwandsound drängte. Kissin wirkte wie ein Trabrennpferd, das man zu einem Wiener Fiaker gespannt hat, seine Begleiter mitschleppend und ihnen in jeder Beziehung überlegen. Straff und majestätisch formte Kissin die Ecksätze des Konzerts Nr. 5 in Es-Dur. Kontrapunktische Ballungen durchleuchtete er mit musikalischem Röntgenblick. Dabei schüttelte Kissin Klavierklänge aus dem Ärmel, von denen man nicht wusste, dass es sie gibt. Bohrende Doppeltriller, markante Bassfiguren, locker-leichte Oktavketten - und dann diese Übergänge! Kissin bewältigte dynamische Kraftakte mit Leichtigkeit, um plötzlich in schwebende Piano-Bereiche vorzudringen, die die physikalischen Grenzen des Tasteninstruments zu sprengen schienen. Die Wiener Symphoniker konnten mit dieser absoluten Meisterschaft nicht mithalten, zumal es Dirigent Foster nicht gelang, der Begleitung musikalisches Profil zu verleihen. link me ernste musik
weichfest, January 31, 2005 at 4:03:02 PM GMT Versenkung in emotionale Tiefenschichten Musikverein: Stefan Vladar spielte Johannes Brahms Die vier Stücksammlungen mit den Opuszahlen 116 bis 119 führte Stefan Vladar im Wiener Musikverein auf. Ein Abend der feinen Nuancen. Mit hochgezogenem Mantelkragen rettete sich das Konzertpublikum vor dem abendlichen Schneegestöber in den Musikverein. Passend zur stillen weißen Pracht auf den Straßen gab Stefan Vladar ein leises, inniges Solo-Recital. Vladar wirkte konzentriert und in die Welt der aufzuführenden Werke vertieft. Auf dem Programm: Johannes Brahms’ Sammlungen mit den Opuszahlen 116 bis 119. Diese Stücke schrieb Brahms im Jahr 1892 in schneller Folge. Es sind intime, persönliche, Rückschau haltende Pretiosen, die Vladar bereits im Jahr 2004 für CD eingespielt hat. Seine ruhige Abgeklärtheit im Umgang mit den Stücken war durchwegs zu hören. Vladar beeindruckte bei den Sieben Fantasien op. 116 mit fein nuancierten elegischen Passagen, wenn auch das erste Capriccio etwas ungestüm und technisch nicht bis ins Kleinste perfekt gelang. Mit glockengleichem Klang schwebten die drei Intermezzi op. 117 zwischen den vergoldeten Musikvereins-Wänden. Vladars Zugang wurde deutlich: Nicht analytischer Abstand prägt seine Interpretation, sondern tief empfundene Versenkung in die emotionalen Tiefenschichten der Spätwerke. Bei allem Raffinement wäre allerdings manches Detail auch kerniger und weniger verzärtelt denkbar gewesen. Große Intensität und Klangzauber machten die Romanze in F-Dur zum Höhepunkt der Sechs Klavierstücke op. 118. Bei den technisch anspruchvollen Vier Klavierstücken op. 119 konnte Vladar an den allerschwierigsten Stellen – und nur dort – High-End-Ansprüchen nicht genügen. Er spielte mit Reserve und patzte trotzdem. Diese Details werden jedoch im Angesicht der ausgereiften interpretatorischen Leistung nichtig. Ein berührender Konzertabend. link me |
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